Geschichte der Stadt Anklam
1243 - 1679

1243
Anklam wird erstmals erwähnt. Ein "Albertus scultetus in Tanchlim" ist Zeuge einer herzöglichen Beurkundung.

8.6. 1264
Die "burgeneses in oivitote nostra Tanglym comorates" (die Bürger, die in der Stadt Anklam wohnen) werden vom Herzog Barnim I. von jedem Zoll befreit und erhalten das Recht, auf allen seinen Gewässern ungehindert Schifffahrt zu betreiben. Erstmalige Erwähnung als Stadt.

1275
Herzog Barnim I. bestätigt den Kauf des Gutes Tuchow, welches die Stadt Tanclim (Anklam) von Hinric von Zagenze erworben hat. (südlich von Anklam) Das Gut wird abgebrochen, es entsteht das "Nyge Feld".

1282
Herzog Bogislaw IV. schenkt der Stadt Anklam das Dorf Rosenhagen.

27.7.1283
Erstmalige Erwähnung Anklams als Hansestadt in einem Gunstbrief des dänischen Königs Erich VII. von 1283, in dem Anklam wegen des Besuchs der Schonenschen Märkte erwähnt wird. (Urkunde im Stadtarchiv Lübeck)

1285
Herzog Bogislaw IV. schenkt für die vielen guten Dienste, welche die Stadt Anklam ihm erwiesen, die Dörfer Pelsin, Gellendin, Woserow und Bargischow.

1285
Herzog Bogislaw IV. überträgt den Anklamer Bürgern Johann Schjwadere und Hermann von Gützkow die "Oldanvir" (Anklamer Fähre) und macht die Stadt zum Eigentümer mit dem Recht, von allen vorbeifahrenden Schiffen einen Zoll zu erheben.

1294
Barnim II. und Otto I. bestätigen der Stadt Anklam den Gebrauch des sund. Scheffels.

1295
Herzog Otto I. verleiht der Stadt A. freie Aus- und Einfuhr für ihren Hafen.
Hennig von Bugewitz (Neuenkirchen) entsagt seinen Ansprüchen auf Moor, Wiesen und Wald bei Rosenhagen zwischen den Bächen Swartebeke und Smerleke, dem Sarnestrom (Landgraben) und bis zur Peene zu Gunsten der Stadt Tanglim (Anklam). Er kennt die Anklamer Grenze an.

1296
Die Anklamer Marienkirche wird erstmalig erwähnt. Bereits 1257 existierte ein Gemeindepfarramt mit Pfarrer. Der heutige Bau ist das Ergebnis einer Bautätigkeit über mehere Jahrhunderte, wobei die Hauptarbeit im 13. bis 15. Jahrhundert geleistet wurde.

1302
Herzog Bogislaw IV. verleiht allen Kaufleuten, die nach Wolgast und Anklam handeln, Zollfreiheit und freies Geleit.
Bogislaw IV. überträgt die Anklamer Fähre der Stadt Anklam mit dem Zoll zu vollem Eigentum und verkündet Zolltarif.
Herzog Bogislaw IV. überträgt die Anklamer Fähre an die Anklamer Bürger Willeken Cröpelin und Heinrich Willers Sohn, die sie nunmehr von der Stadt besitzen sollen.

1304
In Anklam wird ein Augustiner-Kloster gegründet.

1311
Der Damm nach Ziethen ist mit Steinen gepflastert.

1312
Wartislaw IV. verleiht der Stadt A. für 100 Mark Silber das Recht der freien Fahrt auf der Peene und Swine, Fischerei im Haff und das Recht, herzogliche Vasallen gefangen zu nehmen.

1319
Herzog Wartislaw IV. schließt ein Landfriedensbündnis mit dem Land und den Städten Greifswald, Demmin und Anklam.

1320
Die Herzöge Otto I. und Wartislaw IV. erklären, Greifswald, Demmin, Anklam und Stargard schadlos halten zu wollen, für die Befreiung anderer Städte vom Zoll. Wartislaw IV. verleiht den Städten Demmin, Anklam und Greifswald freie Schifffahrt auf der Swine und Peene.

1322
Anklamer Truppen unterstützen den Herzog im Kampf gegen den Raubritter Bernhard Nienkerken in Bugewitz. Seine Burg wird zerstört. In der Folge erwirbt Anklam die Ortschaft Bugewitz.

1328
Barnim II. verleiht Stralsund, Greifswald, Demmin und Anklam seinen besonderen Schutz gegen jede Rechtsverletzung.

1331
Otto I. und Barnim III. überlassen der Stadt Anklam die Dörfer Bugewitz und Grünberg und die Heidemühle.

1338
König Waldemar der III. von Dänemark bestätigt den Anklamer Kaufleuten das Recht des freien Heringsfangs vor der Halbinsel Schonen. Sie dürfen dazu bei Falsterbo ihre Vitten (Handelsniederlassungen) aufbauen.
Prior Otto und der Konvent der Dominikaner in Greifswald und Bruder Heinrich, ein Franziskaner daselbst, errichten in Anklam ein Hospital. Gegen Ersetzung der Kosten überlassen sie das Haus der Stadt.

1339
Bogislaw V., Barnim IV. und Wartislaw V. bestätigen der Stadt Anklam ihre Privilegien.

1343
König Magnus von Schweden und Norwegen bestätigt Anklam die Vitte in Falsterbo.

1353
Am 2.1.1353 wird die älteste bisher bekannte Verfassung beschlossen, die auch für die Städte Stralsund, Greifswald und Demmin gilt. Danach wird jede Stadt von 3 Bürgermeistern und 24 Ratsherren geleitet. Damit dürfen Anklamer Bürger nicht vor auswärtige Gerichte gestellt werden.

1354
Bogislaw V. Barnim IV. und Wartislaw V. bestätigen der Stadt Anklam ihre Privilegien.

1361-1369
Anklam beteiligt sich am Hansekrieg gegen Waldemar III. von Dänemark.

1364-1370
Die ersten Fehden der Stadt mit denen von Schwerin-Spantekow.
Die Herzöge Bogislaw V., Kasimir IV. Wartislaw VI. und Bogislaw VI. schließen einen Sühnevertrag zwischen Anklam und den Schwerinern zu Spantekow. (1370)

1372
Bogislaw VI. und Wartislaw VI. bestätigen der Stadt Anklam ihre Privilegien.

1376
Bis auf die Marienkirche und einige in der Nähe liegende Häuser brennt die ganze Stadt ab. (25 Jahre später schon wieder aufgebaut)

1386
Fehde mit den Schwerins von Altwigshagen.

1387
Soziale Spannungen führen zum Aufbegehren der Zünfte gegen den patrizischen Rat. Es soll zur Ermordung des Bürgermeisters Hartwig Thobringh und aller anwesenden Ratsherren gekommen sein.

1392
Fehde mit dem von Schwerin-Spantekow.

1394
Anklam beteiligt sich an der von der Hanse eingeleiteten Jagd auf die Vitalienbrüder (Seeräuber).

1399
Der Rat von Stralsund schließt mit Greifswald, Anklam und Demmin einen Vertrag zur Bekämpfung des Räuberunwesens.

1412
Der Hohe Stein wird erstmalig erwähnt.

1417
Heinrich von Schwerin-Spantekow wird von Anklamer Truppen gefangen genommen und in den Vangenturm gesperrt. Er muß Urfehde schwören.

1418
Herzog Wartislaw IX., zugleich in Namen der übrigen Herzöge, bestätigt die Privilegien der Stadt Anklam.

1427
Anklam wird zeitweilig aus der Hanse ausgeschlossen, da sich die Stadt nicht am 2. Feldzug gegen Dänemark beteiligt.

1428
Die Herzöge Kasimir V., Wartislaw IX. und Barnim VII. schließen mit Stralsund Stettin, Greifswald, Anklam und Demmin einen Vertrag über Münzprägung.

1438
Fehde mit Mecklenburg-Stargard. Ritter Wedoge Ribe fällt in die Anklamer Feldmark ein und verursacht großen Schaden.

1448
Bürgermeister Arndt Kölpin errichtet bei der Kapelle zum "Heiligen Leichnam" in der Baustraße die noch bis 1945 bestehende Stiftung für die Versorgung älterer Bürger.

1457
Erneuerung des 1339 geschlossenen 4-Städte-Bündnisses zur Verwahrung gegen herzogliche Übergriffe.

1458-1461
Größte Fehde mit von Schwerin-Spantekow. Niederlage der Anklamer in der Schlacht bei Drewelow (1459) - Frieden zu Görke fällt günstig für die Anklamer aus.

1465
Anklam hilft dem Herzog bei der Zerstörung des Raubschlosses Neutorgelow.

1469
Anklam unterstützt den Herzog im Kampf gegen Brandenburg.

1476
Die Herzöge Wartislaw X. und Bogislaw X. bestätigen der Stadt A. die Privilegien.

1479
Bogislaw X. nimmt Stralsund, Greifswald, Demmin und Anklam in seinen besonderen Schutz, indem er ihren Handel, ihr Stadtrecht und Eigentum zu wahren verspricht.

1482-1486
Letzte Fehde mit dem von Schwerin von Altwigshagen.

1491
Anklam hilft dem Herzog bei der Zerstörung der Maltzahnschen Burg Wolde.

1492
Herzog Bogislaw X. bestätigt Anklam die Privilegien und besonders das Recht, daß die Bürger nicht außerhalb der Stadt vor Gericht gezogen werden dürfen.

1524
Herzog Georg I. und Barnim IX. bestätigen der Stadt Anklam ihre Privilegien.

1525
Brand des Rathauses, sofortiger Neubau. (steht bis 1842 auf dem Marktplatz)

1530
Augustiner Mönche übergeben ihr Kloster der Stadt.

1534
Bürgermeister und Rat zu Stralsund versichern, daß der Stadt Anklam ihre Rechte in Dänemark erhalten bleiben sollen.

1535
Einführung der neuen Kirchen- und Schulverfassung am 16.6.1535 durch Bugenhagen. In jeder Kirche sind 2 Pastoren tätig, die beiden Lateinschulen werden zusammengelegt. Nur noch eine Lateinschule, jetzt Ratsschule, an der Nikolaikirche.

1537
Der Rat v. A. gibt Hans Masso, Jochim Pomelle und Thomas Klockow Vollmacht zur Wahrung ihrer Rechte an der Vitte zu Valsterbo.

1540
Herzog Philipp I. bestätigt Anklam die Privilegien.

1549
Anklam gewährt Greifswald Zollfreiheit bei der Anklamer Fähre, und A. erhält Zollfreiheit bei Kowall.

1555
Gründung der 1. Anklamer Apotheke (Ratsapotheke) durch "Meister Adam".

1565
Pest in Anklam, 1600 Tote, rund ein Drittel der Einwohner.

1567
Die Herzöge Johann Friedrich, Bogislaw XIII. Ernst Ludwig, Barnim X. und Kasimir bestätigen Anklam die Privilegien.

1570
Ausbau und Erneuerung der Befestigungsanlagen.

1570
Neubau für die Gelehrte Ratsschule am Nikolaikirchhof, steht bis 1765.

1575
Amtsrolle der Chirurgen eingeführt, regelt deren Niederlassung in Anklam.

1580
Bau einer Wasserleitung, Brunnen in Jargelin, hölzerne Rohrleitungen unter der Peene durchgeleitet.

1590
Die hochdeutsche Schriftsprache wird vorzugsweise im Schriftverkehr mit der Ratskanzlei genutzt.

1601
Herzog Philipp Julius bestätigen der Stadt Anklam ihre Privilegien.

1605
Pest in Anklam erneut ausgebrochen, 1400 Tote.

1626
Herzog Bogislaw XIV. bestätigt der Stadt Anklam die Privilegien.

1627-1629
Im Dreißigjährigen Krieg wird Anklam von kaiserlichen Truppen besetzt.

1630
Die Schweden besetzen die Stadt.

1637
Angriff kaiserlicher Truppen zunächst abgeschlagen, doch im Herbst erneut von kaiserlichen Truppen besetzt. Sie müssen die Stadt jedoch bald wieder verlassen, da keine Lebensmittel mehr vorhanden sind. Völlige Vernichtung der Bauernschaft in den Stadtdörfern Pelsin, Gellendin, Woserow, Bargischow, Gnevezin, Rosenhagen, Kosenow, Bugewitz, Heidemühl, Grönberg (Leopoldshagen), Kalkstein, Kamp und Anklamer Fähre. Auch das Kloster Stolpe wird stark beschädigt.

1648
Anklam kommt im Frieden von Osnabrück mit ganz Vorpommern zu Schweden.

1657
Im Zuge des Erbfolgestreites zwischen Brandenburg und Schweden werden die Dörfer des Kreises von Truppen des polnischen Generals Czarnewski zerstört und niedergebrannt.

1659
Große Feuersbrunst, etwa 100 Häuser an der Nordwestseite der Stadt mit Heiliggeistkirche abgebrannt.

1676
Belagerung und Besetzung der Stadt durch die Brandenburger unter Kurfürst Friedrich Wilhelm, Truppen bleiben bis 1679.
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