Züssower Schulchronik

   
 
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1914–1918 1. Weltkrieg
Die Arbeit an den Schulen war sehr schwer, die Lehrer befanden sich an der Front. So konnten auch in Züssow nur15 Stunden in der Woche von einigen älteren auswärtigen Lehrern gegeben werden. Frau Schweden griff auch helfend ein. Nach Ablauf des Krieges normalisierte sich das Schulleben wieder, da die Züssower Lehrer überwiegend zurückkehrten

1923 Höhepunkt der Inflation
Zahlung der Beiträge der Schulverbände: Für Monat Oktober musste jeder der 3 Orte für 1 Lehrerstelle 450.000.000 Mark zahlen

1927
Antrag auf Vergrößerung der Lehrerwohnung durch Schulerweiterungsbau (Zusammenlegung der Schulverbände Züssow-Nepzin-Radlow und Errichtung eines großen Schulgebäudes in Züssow)

1929
Eingemeindung der Gutsbezirke Thurow, Radlow, Krebsow und Kessin in die Landgemeinde Züssow, welche Schulträger wird

Foto: Nepziner Schüler mit Lehrer Ruthsatz

1933 Machtübernahme durch Hitler
Die politische Einflussnahme des Faschismus auf die Schule ließ nicht lange auf sich warten

1935
Greifswalder Zeitung: „Der erste Schultag - Aufgabe der deutschen Schule, den politischen Menschen zu bilden, der in allem Denken und Handeln dienend und opfernd in seinem Volke wurzelt und der Geschichte und dem Schicksal seines Staates ganz und untrennbar zuinnerst verbunden ist.“

1935 hatten sich auch in Züssow die Besitzverhältnisse verändert. 390 ha Gutsbesitz wurden von der Pommerschen Landgesellschaft erworben und an Siedler weiter veräußert. Damit erfolgte ein weiterer Zuzug von Familien und die Schulsituation wurde zum aktuellen Problem, behelfsmäßiger Unterricht im Radlower Gutshaus

Foto:Radlower Schüler mit  Lehrer Ruthsatz

1937
Im Herbst erfolgte die Einweihung des neuen Schulhauses. Der Schulbau mit 2 Klassen, 1 Lehrerwohnung, Baugrundstück kostete ca. 55.000RM. Züssow hatte nun 3 Klassen (1 in der Küsterschule), die Radlower Schule wurde geschlossen und der Universität übergeben. Es wurde auch vorgesehen, die Nepziner Schule zu schließen.

Foto: Alte Schule

11. Juli 1941
nahm sich Lehrer Ruthsatz durch Erschießen das Leben. Bevor er den Klassenraum verließ, gab er den Kindern den Auftrag zu singen. Die Gründe für seinen Freitod wurden nicht offiziell bekannt.

1943
gab es in Züssow einen Lehrer Schulz, der nach dem Bombenangriff auf Usedom bei Familie Amtsberg in Nepzin einquartiert worden war. Er war Gauredner und kam in Uniform zur Schule; seine guten Beziehungen sorgten an der Schule für regelmäßige Belieferungen mit Schulmaterialien. Noch vor Kriegsende floh er. Im letzten Kriegsjahr konnte der Unterricht in Züssow nicht mehr aufrechterhalten werden.