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Geschichtliche Entwicklung unserer GemeindeDie ersten vorhandenen urkundlichen Erwähnungen der 4 Dörfer der Gemeinde gehen auf das frühe 15. Jahrhundert zurück:
Es handelte sich hierbei um Landverkäufe aus verschiedenen Höfen. Deshalb ist es durchaus möglich, daß die Orte schon einige Jahrzehnte älter sind. Sowohl Züssow als auch seine Ortsteile sind slawischen Ursprungs. Die Ortsteile Thurow, Radlow und Nepzin entwickelten sich nach dem 30jährigen Krieg zu Rittersiedlungen mit der typischen Anordnung des Gutshauses, der Stallanlagen sowie den deutlich davon getrennten Katen der Landarbeiter. Diese Struktur ist teilweise auch noch heute wiederzuerkennen. Die darauf folgende Zeit wurde geprägt durch die Gutswirtschaft. In Züssow gab es zunächst zwei Großgrundbesitzer, so dass der Ort nicht diese typische Ausprägung erhielt, er entwickelte sich mehr zu einem Straßendorf.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren für Züssow
3 Ereignisse von Bedeutung:
In diese Zeit fallen auch erhebliche Veränderungen in Nepzin. Durch den Konkurs der Gutswirtschaft - infolge der Landwirtschaftskrise- wurde der Besitz aufgeteilt. Der Ort verdoppelte sich innerhalb kürzester Zeit - 1905: ca. 250 Einwohner - und entwickelte sich zum Straßendorf. In Züssow setzten zu Beginn des 20. Jh. weitere Veränderungen ein: am Bahnhof entwickelte sich ein Wohngebiet durch die Reichsbahn, zwischen Bahnhof und Ortskern entstand die Molkerei, an deren Gründung 23 Gutsherren teilhatten. Eine weitere Veränderung des Siedlungsbildes ergab sich aus dem Landverkauf des Gutsherrn Buggenhagen an 20 westfälische Bauern, die das Ortsbild um ihre eigene Architektur bereicherten. Diese bauten einerseits im Ortskern sowie an der Straße nach Krebsow und Radlow. Zwischen 1925 und 1938 stieg die Bevölkerungszahl von 206 auf etwa 450 Einwohner. Hintergrund des Landverkaufs waren politische Veränderungen: Das Reichssiedlungsgesetz eröffnete die Möglichkeit der Enteignung der Gutsherren. Darüber hinaus lag die Stärkung der Landarbeiterschaft durch Eigentumsbildung im Interesse der nationalsozialistischen Politik. In diese Zeit fiel auch die Ansiedlung von Handel und Handwerk: Bäckerei - Fleischerei - Spedition - Holzindustrie - Friseur etc.
Radikale Veränderungen erfolgten in Züssow mit Beendigung des zweiten Weltkrieges durch den Flüchtlingsstrom, die Aufteilung Deutschlands, die Einführung des Sozialismus und der Bodenreform. In diese Zeit fiel auch die Gründung der Züssower Diakonie-Anstalten (heutiger Pommerscher Diakonieverein Züssow e. V.), die bis heute prägend für die Entwicklung der Gemeinde geblieben ist. In Zahlen ausgedrückt verdoppelte sich die Einwohnerzahl von 850 im Jahre 1933 auf 1573 im Jahre 1946. Die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg war zunächst durch einen Aufschwung der Landwirtschaft geprägt, der einerseits aus der Bevölkerungszunahme und andererseits aus der Bodenreform und dem Neubauernprogramm resultierte. Die Gutshöfe wurden wie in allen Ortschaften des Amtes enteignet und in etwa 10 ha umfassende Höfe aufgeteilt.
Die jüngere Geschichte des Ortes Züssow ist durch zwei Prozesse gekennzeichnet, die mehr oder weniger parallel voneinander abliefen. Die Gründung der Diakonie-Anstalten, die sich der Betreuung von Alten, Kranken und Behinderten widmeten und die sich schrittweise vergrößerten. Auf der anderen Seite erfolgte der Ausbau Züssows zu einem landwirtschaftlichen Entwicklungszentrum.
Züssow wurde in den 50er Jahren einer von vier Maschinen-Traktoren-Station-Standorten (MTS) im damaligen Kreis Greifswald. Der daraus resultierende Konzentrationsschub wurde in den 60er und 70er Jahren noch verstärkt durch die allmähliche Konzentration der Landwirtschaft in landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG). Züssow wurde der Sitz der Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion. Damit verbunden war eine Ausweitung des Versorgungs- und Dienstleistungsangebots (z. B. Kaufhalle, Agrochemisches Zentrum) sowie eine erhebliche Konzentration des Wohnungsbaus. Aufgrund dieser Konzentration von Versorgungs- und Dienstleistungsfunktionen ist die Gemeinde Züssow heute Sitz der Amtsverwaltung und hat die Funktion als ländlicher Zentralort für den Amtsbereich übernommen. Aus unserer Chronik Wer gern mehr über die Historie von Züssow und Umgebung wissen möchte, hat die Möglichkeit, Einblick in die Chronik zu nehmen, welche im Chronikraum der alten Schule ausliegt und die über Jahre von Frau Schupsky in gewissenhafter und mühevoller Arbeit während einer AB-Maßnahme erstellt wurde. Interessenten können sich beim Bürgermeister melden. Zeitzeugen berichten:Brief von Ursula Fetting an den Bürgermeister vom 19.01.2004 Im Mai 1945 habe ich für ca. 3 Wochen in einem D-Zug mit ca. 300
Bürgern aus Eberswalde an Ihrem Bahndamm gestanden. Wir wurden in
der Zeit von Ihren Einwohnern mit Brot, Kartoffeln und 2 Stück Schlachtvieh
versorgt. Wenn auch sehr verspätet, möchte ich mich für die damalige große Hilfe Ihrer Bürger ganz herzlich bedanken. Mit besten Grüßen Antwort des Bürgermeisters an Ursula Fetting vom 02.02.2004Sehr geehrte Frau Fetting, vielen Dank für Ihren Brief vom19.01.2004, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Vom 18.06. bis 27.06.2004 gestalten wir eine Festwoche aus Anlass der ersten urkundlichen Erwähnung der Gemeinde Züssow vor 600 Jahren. Unter anderem wollen wir Dokumente aus der Geschichte des Dorfes der Öffentlichkeit präsentieren. Ihre Dokumente passen ausgezeichnet in diese Präsentation, wir würden uns freuen, wenn Sie sie uns schicken könnten. In der Gemeindevertreterversammlung am 29.01.2004 habe ich Ihren Brief verlesen und somit Ihren Dank an die Bürger weiter gegeben. Mit freundlichen Grüßen Kellerhoff
Mit Wirkung vom 1. Januar 2005 hat sich die Gemeinde Ranzin mit dem Ortsteil Oldenburg unserer Gemeinde angeschlossen. Informieren Sie sich über die Ranziner Geschichte, deren Ersterwähnung mit einer Urkunde bereits im Jahre 1228 belegt ist.
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Letzte Änderung: 28.03.2007 |
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